West-Kanada 1992


Eine Sommer-Tour durch Alberta und British Columbia, das Rennrad im Reisegepaeck.
Zusatzinfo:

Highlights              ... eine Vorauswahl der interessantesten Ecken ...



 

Samstag, 4. Juli:

6.00 auf, 8.00 am Flughafen, 8.30 Check In. Flughafen-Besichtigung. Ist recht ruhig, im Terminal-Raum kostenlos Zeitungen, Kaffee, Tee, Obst und belegte Brote. 11.00 Abflug, 11.45 Frankfurt; sehr viel mehr Trubel als in Muenchen. Im Warteraum ist das Buffett schon abgeraeumt. 13.45 Start mit einer DC10. Unterwegs absolute Mastkur, jede Menge Drinks; Groenlands Felsen und Gletscher bestens zu sehen aus 10-14 km Hoehe.
In den North West Territories streckenweise gute Sicht auf die endlose Tundra und zugefrorene (!) Seen jeder Groesse; dann Wolken und erst kurz vor Calgary wieder Sicht auf Farmland; in Calgary Empfang  mit Stempel & Country-Kapelle. Sympathischer Flughafen, in angenehmen Brauntoenen gehalten. Anruf auf Camping, zweiter Anruf bringt Erfolg.
Mein Fahrrad ist demoliert: Das Vorderrad hat eine schlimme, das Hinterrad eine leichte 8. Der Hebel der Gangschaltung ist locker.
Auf der TC1 raus aus Calgary bis zum Camping. Barbarischer Autoverkehr, einer streckt uns seinen nackten Hintern zum Gruss aus dem Fenster entgegen. Schlimme Mueckenplage, stechen trotz Fahrtwind und fester Jeans.  Kaufen ein Mittelchen. Ist aber nicht so ganz klar, ob es auch hilft ...

Sonntag, 5. Juli:

9.30 auf, dieses Mal durch die Vororte in die City; gibt keinen Fotoapparat und keine Fahrradtaschen zu kaufen. Die Malls sind nur eine Ansammlung vieler kleiner Privatlaeden unter einem gemeinsamen Dach und nicht mit deutschen Kaufhaeusern zu vergleichen.
Erster Rundgang auf der Stampede, kaufen Karten fuer das Dienstags-Rodeo. Abends zieht ein Unwetter auf, entkommen ihm auf der Rueckfahrt zum Camp nur knapp. Sehr ertraegliches Preisniveau insgesamt. 11.30 PM ins Bett.

Montag, 6. Juli:

Fast durchgaengig Regen bis 15.00 (!) Uhr, dann nur noch Schauer. Stehen gegen 15.00 voellig ausgelutscht auf. Duschen, Waesche waschen. Kaufen Zeitung mit Wetter-Vorhersage. Bis Mittwoch ist Regen angesagt. Morgen allerdings nur abends Schauer (20% Wahrscheinlichkeit). Reparieren an den Raedern das Licht und an meinem Rad die Gangschaltung. Versuche erfolglos, den Achter im Vorderrad zu richten. Rufen im Hostel an wegen Reservierung, es gilt aber First-Come-First-Serve.

Dienstag, 7. Juli:

4.30 auf, 6.00 Abfahrt nach umfangreicher Zelt- & Planen-Abtrocken-Aktion (Nacht durch Regen), nasse Struempfe (nur Sandalen an), auf kuerzestem (Rad-)weg (Calgary mit 500 km bestes Radwegenetz von Kanada) ins Hostel. 7.30 dort, Begruessung durch Daddy, zeigt uns das Hostel, sehr rustikal und komfortabel. 8.05 oeffnet die Rezeption, kein Problem, 8-Mann-Buden super-eng und fast ohne Lueftung; im Keller Schlafmoeglichkeit im Meeting- und Lese-Raum entdeckt.
Erstes Stampede-Fruehstueck eingenommen, Countrymusik dazu. Ueberall in der Stadt Fruehstuecks, Umzuege, Bands und Strassentanz. Eingangsraeume der Banken und Firmen zu Saloons umfunktioniert.
Gehen in den Sonntag gefundenen Fotoladen, entschliesse mich zum Kauf einer Canon Elan (entspricht EOS100). David erklaert mir "one of the best", hat selber Canon mit 35-105 und hat 28-80 USM getestet und als "extremely good" befunden.
Zurueck in die Fussgaenger-Zone, rein in eine Western-Bar mit Strassen-Blick. Beginne Fotoapparat-Studium. Indianer-Umzug, Film ist noch nicht drin. Dann zum Square Dance, sehr locker und grosse Beteiligung der Massen; dann zum Rodeo: 13.30 Start; 8-s-Rodeo, Kinder-Stier-Reiten, Bullen-Reiten, Bullen-Ablenk-Clowns mit Fass-Baeuchen zum Abtauchen, diverse Einlagen, Nationalhymne mit Aufstehen wie am Sonntag bei der Rindershow. Abends aeusserst lasch, da kaum geschlafen. Schlafen zu dritt im Keller, da Zimmer aeusserst mufflig und immer wieder jemand das Mini-Fensterchen zu macht.

Mittwoch, 8. Juli:

Frueh leichte Stoerung durch Matratzenholer vom Dienst; man toleriert das inoffizielle Schlafzimmer. 7.15 raus. Neu reservieren. Regnet in Bindfaeden. Einkauf im Stadtzentrum, in der "South-Centre Mall" und im "Canadian Superstore" (starkes Lebensmittel-Angebot !).
Dann im "Mountain Equipment Coop" Mitglied geworden und zugeschlagen: Cordura-Radtaschen, Whisperlite-Kocher etc.
Besuch beim Greyhound-Bahnhof: Ueberpruefung der Bedingungen, die uns die Stampede-Hostessen gennant haben fuer Transport von uns & Bikes; Fahrplaene besorgt.
Hostel-Rezeption-Typ sagt, in den Rockies wird nur Regen sein "next days", planen Flucht.

Donnerstag, 9. Juli:

7.15 auf. Stoerungsfrei geschlafen. Hostel verlaengert. Zum Busbahnhof, Brewster-Line gefunden mit Top-Bedingungen fuer Radtransport. Fahrrad-Kartons gekauft.
Bislang schlimmster Regentag, fahren nur noch mit C-Train, Innenzone kostenlos ! South Centre Shopping Centre bislang die Beste von den gesehenen Malls; kaufen Schuhe und Outdoor-Messer.
Haben schon wiederholt Leute getroffen, die Vancouver ueber den gruenen Klee loben; zuletzt ein Verkaeufer in der SC Mall. Abschluss-Rundgang durch das Stadtzentrum. Bauchtasche fuer Bine. Finden extrem weiche Goretex-Jacke.  Besichtigen Brewster-Terminal. Teatime in JH. Kocher-Check. Keller ist abgeschlossen, muss oben schlafen. Unterhaltung mit arbeitslosem Saskatooner, kann nicht mit trinken.

Freitag, 10. Juli:

Aeusserst unausgeschlafen, ganze Nacht Wooling im Zimmer, frueh packt ein Typ vor meinem Bett, vorher laesst er ewig lange seinen impertinenten Wecker klingeln.
Hole ein paar Stampede-Breakfast-Fotos nach. 11.40 Bus Richtung Jasper, mit den Raedern ist alles klar, machen Umweg ueber den Flughafen. Ist schwer bewoelkt, Sonne pur war vorausgesagt. Ueberlegen noch 25 km vor Lake Louis ob wir durchfahren sollen; in L.L. dann 1a-Bergwetter. Gleich an Bushaltestelle Berg- und Rad-, Buch- und Karten-Laden. Ausserdem Post, Baeckerei, Supermarkt etc. Vereinbaren Radreparatur noch am Abend.
Bauen auf dem Riesen-Campground am Bow River das Zelt auf. Schliessfaecher gegen die Baeren. Geben die Raeder ab. Jede Menge (Reise-)Radler. Herrliche Umgebung; schon waehrend der Fahrt kernige Urwildnis, am besten der Blick ins Bow River Valley ! Super angenehme freie und lockere Atmosphaere, gehen Steak essen mit Panorama-Gletscherblick. Sind sehr satt und zufrieden. Haben ausserdem erfahren, dass es fuer die Weiterfahrt jede Menge Kartons gibt im Radladen, wo wir unseren auch abgegeben haben.
Besichtigen das Shopping-Zentrum, schwere Schauer gehen nieder. Kaufe Regenplane fuer ca. 30C$, probieren Gore-Tex-Zeug. Nach Rueckkehr auf Camping Zettel vom Superintendent, wir sollen das Zelt auf die Erdflaeche stellen. Bauen das klatschnasse Zelt um und schliessen die Lebensmittel + Rucksaecke in die Baerencontainer ein. Abends sehr kalt, ziehe mich voll an.

Samstag, 11. Juli:

Kaum geschlafen vor Kaelte, alles klamm, hatte 2 Hosen, Unterhemd, Pullover und Anorak an. Permafrost-Boden ? Bine hat Hals-Schmerzen. Draussen ist alles klatschnass. Fahren in die Jugendherberge, alles voll. Verlaengern den Zeltplatz und fahren dann zum Lake Louise. Reiten einmal nach hinten mit einer Ferienjob-Studentin. Bine haelt dann Mittags-Schlaf. Ich fahre hoch zum Lake Moraine. Im "Valley of the Ten Peaks" Klasse Sicht auf Urwaelder, die Ten Peaks und das Flusstal.
Hole Bine ab, fahren Richtung Village. Bemerke Schwarzbaer am Strassenrand, mache aus 5m Entfernung 2 Fotos. Absoluter Duesengang ...
Hole 2. Schlafsack mit Thinsulate-Fuellung, 1kg, 5 - 40 Grad. Wollte eigentlich 1,4 kg (-7 bis 20 Grad), ist aber nicht da. Schreibe auf dem Camping noch die Memoiren. Keine Muecken trotz Fluss-Naehe ! Benutzen den ersten Schlafsack als gemeinsame Unterlage.

Sonntag, 12. Juli:

9.00 raus; mit "The Friendly Giant" Richtung Mt. Whitehorn; abend zuvor Tip von Verkaeufer: "Best view of the Rockies". Tatsaechlich ein starkes Panorama, nur schon zu dunstig. Sind einige Stunden zu spaet. Ist heute ohnehin nicht so ein Kaiserwetter wie gestern.
Unten: Teatime verbunden mit Whisperlite-Premiere. Grosse Dusch- & Waschaktion. Beschliessen Icefield-Parkway im Jasper-Teil komplett abzufahren und mit Abstechern zu kombinieren. Im Grossen und Ganzen beschissenes Wetter heute; es regnet nur leicht, aber ab nachmittag stundenlang. Gehen im Village-Restaurant essen, ist heute nicht so gut wie Freitag. Kaufen fuer Bine Therm-a-Rest-Matte; beschliessen 6.00 aufzustehen und ins Paradise-Valley zu gehen.

Montag, 13. Juli:

Es regnet beim Wecker-Klingeln. Stehe 7.00 auf, gehe Fruehstuecken ins Village-Cafe. Kaufe Postkarten & schreibe gleich zwei. Bine 10.00 zurueck auf dem Camping, es regnet immer wieder. Wir bauen ab, muehsames Trocknen. Im Food-Storage alles zusammengeraeumt, im Village alles ins Schliessfach. Kaufen Proviant fuer die Radtour. Holen Kartons (Super-Service !), problematisches Verpacken, muessen Bei Bines Rad Schutzbleche abbauen und ein Fenster fuer das Rucklicht anbringen. Naechstes Problem: Kein Platz im Bus-Gepaeckfach. Kanadische Live-Loesung: Die Kartons kommen im Bus auf die letzte Sitzreihe.
Unterwegs regnet es pausenlos. Wir steigen nicht, wie geplant, am Wilcox-Creek aus, sondern erst im Whistler Camp. Die Fahrer schenken uns die Verlaengerung (ca. 50$!). Ein Baer am Strassenrand; fotografiere den Menschenauflauf. Bis Sunwapta-Pass waere der schoenere Teil der Icefield-Pwy. gewesen, der Pass selbst ist die einzige nennenswerte Steigung des ganzen Highway. Insgesamt landschaftlich eine Spitzen-Strecke !
Wie bei der Fahrt von Calgary nach Lake Louise klart es auf dem letzten Kilometer vor Jasper ploetzlich auf und wir koennen im Trockenen die Raeder zusammen und das Zelt auf bauen. Super-Abendessen auf dem sehr sympathischen Camp-Ground mit zutraulichen Eichhoernchen.

Dienstag, 14. Juli:

Wollte eigentlich frueh raus, es regnet aber. 10.00 aus dem Zelt. Jasper anschauen. Kaufen Train-Tickets nach Vancouver (2x120 CND) fuer Donnerstag 15.40 Uhr. Gutes Info-Centre mit 1:50.000 Karten-Zusammenschnitt des gesamten Gebietes. Frueh auf dem Weg in die Stadt die ersten Wapiti-Hirsche am Fluss. Mittelmaessiges Essen beim Chinesen. Abends mit Rad zum Whistler-Lift hoch, Liftfahrt zur Bergstation. Schon von der Bergstation toller Blick; von ganz oben einfach ueberragend ! Aber eiskalt (2500 m). Gehe noch ein Stueck mit kalifornischem Hotelbesitzer & Globetrotter. Er meint, es ist ein unglaublicher Blick, der Beste in seinem 58-jaehrigen Leben. Ist durch Radtraining gut in Form.
Bin nach der Rad-Abfahrt ein Eisklumpen, Duschen rettet mich. Die komfortabelste Dusche
meines Lebens mit separat verschliessbarem Umkleide-Vorraum. 23.30 Schlafen.

Mittwoch, 15. Juli:

7.30 knabbert ein Wapiti-Hirsch am Zelt. Wir stehen auf. Nachts kein Regen. Ein sehr schoener und sehr kuehler Morgen. Eine ganze Wapiti-Familie steht in Zeltnaehe. Ich versuche zu Fotografieren, werde aber angegriffen und muss fluechten ...
Kaufen Tickets fuer das Maligne Lake Shuttle. Tolles Fruehstueck im Soft-Rock-Cafe. Guter Buchladen mit Alaska Wilderness Milespost. 11.15 mit Komfort-Shuttle zum See. Tour zum Lake Lorraine. Sehr idyllisch & urwuechsig. Ziemlich frische Baeren-Spuren auf dem Weg dorthin. Gehen ueber den Skyline Trail. Mieten ein Boot und machen Picknick in einer Maligne-Bucht. Abends Wechsel zu mildem und warmem Wetter !

Donnerstag, 16. Juli:

Frueh eiskalte Fuesse. Ueberhoere den Wecker, war auf 8.45 gestellt. 10.00 raus. Da bislang beste und klarste Bergwetter ! Dazu sehr warm. Bin aeusserst schlecht gestimmt, weil heute Abfahrt und fast nichts gesehen von den tollen Rockies ausser Touri-Fastfood ...
Sehr grosse Kartons fuer die Raeder. Vom Zug schoener Mt. Robson-Blick. Vom "Wells Gray" ist nichts zu sehen. Durchfahren wieder eine Schlechtwetter-Zone. Viele abgestorbenen Baeume laengs der Trasse. Wenig befahrener Highway. Reichlich Kahlschlaege und abgebrannte Flaechen. Trinke gegen Mitternacht noch Kaffee im Domcar und ziehe mich dorthin auch zum Schlafen zurueck.

Freitag, 17. Juli:

Sehr beengt geschlafen, dafuer starker Sonnen-Aufgang mit TOP-Sicht aus dem Domcar. 1a-Sommer-Wetter. Die Vororte von Vancouver tauchen schon Stunden vorher auf. Quartieren uns im Hostel am Bahnhof ein, sehr locker, aber nur Zimmer zur Mainstreet frei. Rundfahrt durch die City, Stanley-Park, L.G.-Bridge, naechste Bruecke retour. Hostel liegt guenstig zu Chinatown, Bahnhof und Centrum am Science-Center. Extrem heiss im Zimmer Schlafe ohne alles auf dem Schlafsack.

Samstag, 18. Juli:

Die Nacht war eine einzige Qual, Hitze & Laerm. Fahren zum Burnaby-Camping, liegt guenstig im Winkel zwischen Autobahn und Eisenbahn, sonst ganz gemuetlich. Koennen auf Gras zelten, weil die Inseln alle besetzt sind. War 2,5 Stunden Fahrt auf dem Fahrrad bis hierher. Es ist kochheiss. Fahren mit Bus/Skytrain in die Stadt. Planen Inseltour. Essen im Harbour-Centre mit TOP-Panoramablick bis zum Sonnenuntergang. Warten dann wegen Unfaehigkeit knapp 2 Stunden auf den Bus zum Camping.

Sonntag, 19. Juli:

Nachts mehrere Erdbeben vom Zug. Ansonsten warm, aber sehr nass. Einigen uns gerade so mit der Camping-Chefin zwecks Raeder-Unterstellen. Ueberfluessiges Gepaeck ins Bahnhofs-Schliessfach. 1pm ab Horseshoe-Bay, starke Lage direkt in den Coast Ranges, nach Nanaimo. Sehr angenehme Atmosphaere, Gross-Einkauf fuer mehrere Tage. Viele offenen Geschaefte. 17.00 Bus nach Port Alberni durch Country-Markt & Mac Millan Park mit Riesen-Zedern. Planen nach Ankunft in P.A., Bine findet eine Frau, die uns zum Camping (Naehe Hafen !) faehrt. TOP-Lage unter alten Baeumen auf Gras. Alles sehr locker und nur 5C$ pro Nase. Herrliche Luft und schoenes Wetter. Welch ein Kontrast zu Vancouver. Essen im Family-Restaurant.

Montag, 20. Juli:

6.00 raus, erstmals frueh alles total trocken. Nur mit Turnhose/Pullover/Socken gut geschlafen, aber ziemlich hart. Schwere Wolken ziehen auf. Befolgen den Tip und sind 6.45 am Hafen zwecks Ticket, da nicht reserviert. Dann Fruehstueck in gemuetlicher Sandwich-Stube. Nur die Kartoffeln waren noch mit Schale.
8.00 Start. Ab Broken Islands wieder besseres Wetter. Sehen einen Kolibri ! Wueste Kahlschlaege allueberall. Kommen mit Verspaetung in Uclulet an, schaffen aber den Bus 14.10 nach Tofino, steigen Schooner Camping aus. 1km Weg durch einzigartigen Regenwald bis zum Camping, direkt an der Kueste zwischen Treibholz im Sand. Erste Strandtour bis zu jungem See-Elefanten. Essen ins Baeren-Gestell.
 

Dienstag, 21. Juli:

Nachts Gewitter, frueh holen die Kraehen unseren Kuchen und das Muesli vom Baeren-Gestell ... Regenwald-(Foto-)Tour und Rucksack-Strandtour zum Greenpoint-Camping. Sea Lions Kolonie und schoener Blick vom Sea Lions Rock. Rufen nach Tip von Rezeption Buchladen in Tofino an und melden uns fuer den Buszustieg am Hwy. an.
Fahren durch die urwuechsigen Island-Ranges, es gibt hier noch herrliche Regenwaelder. Auch schon reichlich wueste Kahlschlaege, meist durch einen duennen Streifen Wald der Sicht von der Strasse entzogen.
In Port Alberni Unterhaltung mit einem Arbeiter, der nicht verstehen kann, dass wir die alten Baeume sehen wollen. Er findet Garten-Hecken besser und Urwald nur zum "Cut" gut ...
Uebernachtung auf unserem altbewaehrten Campground bei guter Luft und Bulldozer-Laerm aus der Papier-Muehle bis spaet in die Nacht.
 

Mittwoch, 22. Juli:

7.00 raus, 7.30 los. Halbe Stunde Marsch, Kaffee. Trouble mit Stop-Over-Ticket. Erster Halt im Mac Millan (Cathedral Grove) National Park. Ca. 1 qkm Rest-Regenwald mit grossen Riesen-Zedern, eine kleine Oase in einem ausgedehnten Kahlschlag. Zweiter Stop im "Coombs" Country-Markt, das Gepaeck ist schon in Nanaimo. Finde Info-Laden vom Wilderness-Committee. Erstklassiges Essen im Pub: Austern & Huehnchen mit Reis und Gemuese, aeusserst preiswert. Bus nach Nanaimo, finden Naehe Busterminal kleine Jugendherberge mit Zeltgarten & Hafenblick. 10 Betten, sehr gemuetlich und nicht mal voll, internationale Gaeste-Szene.

Donnerstag, 23. Juli:

Sehr ruhige Nacht, trotz Lage am TC-Hwy. 7.00 raus, Direktbus nach Vancouver. Viele Leute, aber kein Gedraenge beim Einsteigen, ganz im Gegenteil. Kostet etwa 50% mehr als eine normale Fahrt. Gepaeck auf Busbahnhof. Anruf Burnaby. Besuchen Mountain-Equiment Coop, kaufe Whistler Buch & Karte.  City Square Mall. Zelten auf Motorhome-Stellplatz. Duschen.

Freitag, 24. Juli:

Nachts Sirenen, Ameisen im Zelt. Lassen die Raeder auf dem Camp und ziehen Richtung Backpacker-Hostel. Super-Fruehstueck im Hollaender-Laden. Super-ruhiges Zimmer nach hinten raus. Mussten nur etwas verhandeln und abwarten. Besuch in Chinatown, Oolong-Verkostung & Teekauf mit Kannen-Zugabe bei Ten-Ren. Dann in die City zu "World Wide Books & Maps". Durch die Grainville-Street, Jacken-Kauf. Holen die Raeder vom Camping, Trouble mit Raucher auf der Hinfahrt. Muffin in der Brentwood-Mall. Raeder ueber die Feuerleiter auf den Balkon. Halb zwoelf Ruhe.

Samstag, 25. Juli:

War doch recht warm auf dem Bett, ausserdem war die Tuer zu und nur ein kleines Fenster auf den Innenhof. Stehen deshalb erst halb zehn auf. Fruehstueck im Hostel. Sandalen + duennen Schlafsack vom Bahnhof holen. Mit dem Rad zu neuem Outdoor-Supermarkt. Finden gleich 3 auf einen Haufen: "Mountain Equipment Coop", "The Outdoorer", "Taiga Works", einer besser als der andere. Kaufen Faserpelze (42C$), Mikro-Faserjacke (69,50C$), ich einen Daypack, Radfahr-Hosen, kleine Uni-Fototasche.
Radtour nach Granville Island, dort kernige Faserpelz+Nylonjacke gesichtet. Laden alles im Hostel ab und essen chinesisch, eine Unmenge fuer 6$ und nicht zu schaffen. Bekommen den Rest in einem Toepfchen mit !

Sonntag, 26. Juli:

Frueh ins Science Centre mit OMNIMAX-Kino, groesster Bildschirm der Weltm und Muppet Show. Dann zum Lynn-Canyon mit Bus & Sea Bus, Oeko Info Centre, Suspension Bridge. Tour ueber Seymour Demonstration Forst zum Seymour Provincial Park ueber Hochspannungs-Trail. Kommen am Parkeingang raus. Einkauf, Busfahrer aus Hamburg, in den 50er Jahren ausgewandert. Er sagt: Viele Arbeitslose hier, weil alles in den warmen Westen zieht. BC hat in den letzten Jahren seine Einwohnerzahl verdoppelt !
Im Hostel ein Desaster: Jemand hat das Essen raus gestellt, die Butter ist fluessig und mein China-Essen kann ich wegwerfen.
Ziehe nachts wieder auf den Fussboden unters Fenster, raeume den Tisch weg, habe so etwas mehr Luft zum Atmen.

Montag, 27. Juli:

Ich ziehe in den Garibaldi Provincial Park. Bine bleibt in Vancouver. Klasse Fahrstrecke nach Whistler, sitze aber auf der falschen Seite fuer Fotos. Ein Mix aus qualmender Industrie, Kahlschlaegen und tollen Aussichten zieht vorueber. In Whistler allgemeine Recherchen. Starte dann zum Singing Pass / Russet Lake. Am Anfang durch Kahlschlaege und Skipisten, dann durch herrliche Bergurwaelder; Mischung aus Kueste und Rockies. Dann Goldmine, lichterer Wald und sagenhafte "Alpine Meadows" mit unglaublich vielen Blumen (gibt's hier nur im Juli), Tieren und Gletscherblicken. Trotz Whistler-Naehe kaum Leute auf dem Trail ! Uriger Camp-Platz mit Not- & Food-Huette zwischen Russet Lake, Paradise Valley und den Gletscherbergen. 2h-Tour zu den Top-Aussichtspunkten, ganz und gar einzigartig, dazu SUPER Bergwetter.
Ausfuehrliche Unterhaltung mit 3 Bergfreaks. Erklaeren mir den Weg zum Whistler, ist auf der Karte nicht drauf. Wollen selbst durch die Wildnis ueber den Black...(?) nach Whistler. Haben wie ich Wasser-Nachschub-Probleme. 3 Leute baden, insgesamt etwa 10 Leute auf dem Platz. Einer schlaeft im Freien mit Schlafsack, keiner in der Huette. Es soll hier im Winter absolut schneesicher sein und relativ warm. Heute wird es recht kalt, ich gehe mit den Klamotten in den Schlafsack und trinke noch den ersten halben Liter Wasser aus.

Dienstag, 28. Juli:

Ziehe mich nachts peu a peu aus, benutze den Schlafsack nur als Decke. 8.00 raus, 9.00 Abmarsch. Massig Fliegen & Muecken. Noch 30 Minuten Rundkurs fuer Morgenausblick. Noch mindestens ein Tag haette gefehlt fuer Paradise-Valley & Gletschertour. Massig Voegel aller Arten, wieder ein Kolibri dabei. Extremer Durst, trinke nur am Etappenziel einen kleinen Schluck. Bei Top-Bergwetter wieder ueber die einzigartigen Meadows in 4,5 h ohne Pause rueber nach Whistler Mountain. Sehr schoene Kammtour mit reichlich Hoehen-Differenzen. Mittagshitze und Durst. Schlage an der Bergstation zu, Cola & Selters-Fruchtmix-Getraenk (Australien-Import) + Espresso + Keks. Unterwegs nur Brot und Wurst gegessen, keine Muesliriegel, wegen dem Durst.
Das Lift-Ticket nur fuer die Talfahrt macht Probleme, ist "unusually" ... Nicht mal eine Kasse gibt es hier oben. Das Personal verhilft mir aber sehr zuvorkommend zu einem Halbpreis-Ticket. Kurzbesichtigung Whistler-Village, uebelster Kommerz und alles extrem teuer. Bus-Umsteige-Aktion, trotz Einspur-Stau rechtzeitig am Bahnhof. 18.20 Abfahrt. Am Anfang schoener Canyon, insgesamt aber weniger zu sehen als von der Strasse. 21.00 in Vancouver Nord, glasklare Sicht, Vancouver Island schaut aus dem Smog heraus. Satte Farben spiegeln in den Hoch-Haeusern und aus der anderen Richtung schoene Hintergrundfarben. Hitze im Hostel.
I
Mittwoch, 29. Juli:

6.30 raus, Geldabheben scheitert wie gestern bei Bine. 7.45 Bus nach Bellingham. Immigrations-Schein im Pass, ein Italiener wird belastet, weil er sein Kanada-Rueckflug-Ticket nicht mit hat. Uns laesst man in Ruhe. 10.00 in der kleinen, alten, stinkenden Stadt. Factory Outlet mit Socken + Thermo-Unterwaesche. Radladen mit Sonnenbrand-Frage und 50$-Mikrofaser-Radjacke. Uralt-Fabrik als Gestanks-Quelle. Massen Second-Hand-Laeden. Sehr guter Kaffee. Refills wie in Kanada. Nur ein Laden, der auch Lebensmittel fuehrt, statt Obst gibt es Diaet-Kuren ... Eine groessere Mall soll 4-5 Meilen ausserhalb sein. Insgesamt langweilig. 15.40 (16.15) Bus zurueck. Return-Ticket ab Bellingham haette 27 US$ gekostet, so 25C$.  Extrem guenstiges Fast Food, diverse Burgers 50 ... 99 Cents. Mt. Baker & Olympic NP gut zu sehen. 3 Paar Sportsocken fuer jeden + 1x Sportunterhemd aus Factory Outlet, alles unter 100 $  Deklarations-Grenze.
Rueckfahrt zu zweit auf einem Platz, ein Kunde hat trotz Greyhound-Bus sein Fahrrad mit im Gepaeck (Karton). Versuchen noch das Geldproblem zu klaeren, AE-Buero hat aber schon zu. Lebensmittel-Einkauf in Chinatown.
I
Donnerstag, 30. Juli:

Frueh ueber Bines Amex-Karte 200$. Dann Einkaeufe in Pacific Mall, 2 Pullis + Windjacke + Lewishemd. Aus World Wide Books & Maps Weltreise-Radbuch. Lebensmittel in Chinatown. Fangen an mit Packen. Unmengen und schwer.

Freitag, 31. Juli:

Frueh Besuch in Metrotown, nachmittags die Raeder zum Flughafen. Abends auf den Grouse Mountain. Tolle Stadtsicht & viele Muecken. Gegen 01.00 im Bett.

Samstag, 1. August:

7.45 raus, packen, ausgiebiges Fruehstueck. Gegen halb eins alles zusammen am Check In Schalter. Man fragt uns, ob wir einen Flug frueher, dafuer mit Business Klasse fliegen wollen, da unser Flug ueberbucht ist. Wir sagen zu. Es folgt eine hektische Abfertigung. Die fertigen Postkarten kommen in den Kasten. 13.00 am Terminal. Muessen Benzinflasche vor der Roentgenkontrolle aus Zeitmangel zuruecklassen. 13.30 an Bord. Wegen Gepaeck-Problemen Abflug erst 15.00, geplant 13.45. Lese "Stern" einige Ausgaben und die FAZ von gestern, bin wieder im Bilde. Schreibe die letzten Karten, die Haelfte haette schon im Kasten sein koennen; Marken falsch geklebt.
1a Fensterplatz, viel Bein- und Arm-Freiheit. Sahne-Service und -Verpflegung. Heisse Tuecher, weisse Decken, guter Kaffee, Wahlessen, wahlfreier Zustieg an Bord.


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